Kommentar

english Die Zukunft des Hangfliegens mit Großseglern an Europas Hängen scheint besiegelt. Das heißt, sie ist möglicherweise zu Ende! Warum? Bei den langen Verhandlungen der Verbände mit Vertretern der EASA und den länderspezifischen Luftfahrtbehörden wurde die Königsklasse des RC-Segelflugs nicht nur vernachlässigt, sondern geradezu ignorant behandelt. Nun sagt die neue EU-Regelung folgendes für das Fliegen außerhalb zugelassener Modellflugplätzen, in unserem Fall Flughängen: Modelle bis 10 kg dürfen am Hang fliegen, und zwar bis zur Sichtgrenze und in einer maximalen Höhe von 120 m über Pilotenstandort. Modelle ab 10 kg bis unter 25 kg DÜRFEN MAXIMAL 120 m (AGL) ÜBER GRUND fliegen, also am Hang Konturenflug vollziehen, was faktisch und praktisch unmöglich ist! Der Hinweis eines Funktionärs, Großsegler können sich doch im Flachland im Schleppbetrieb auf Höhe bringen lassen – sollen mal zufrieden sein – ist ein Hohn und eine Frechheit. Übrigens, dass Großsegler ohne Motor in einer Höhe von 120 m allmählich an die Landeeinteilung denken müssen, ist wohl bei der Entscheidungsfindung untergegangen!
Wer hat sich denn diesen Unsinn ausgedacht – und wer hat dem Unsinn auch noch zugestimmt???
Man stelle sich vor, in einem angesagten Skigebiet dürfen alle Skifahrer mit Skiern bis 1,0 m Länge ALLE Pisten abfahren, diejenigen mit Racecarvern haben sich aber an den Babyliften auszutoben!
Und diese Bestimmung wird uns dann von diversen Verbandsvertretern als Erfolg verkauft!
Viele Hangflugregionen haben das Potenzial der Modellflugpiloten erkannt und umwerben diese recht aktiv. Modellpiloten sind zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden.
Stehen wir jetzt vor einem Scherbenhaufen? Zudem scheint jedes Land die Regeln für sich auslegen und umdeuten zu können, wie´s beliebt?
Was können wir tun?
Österreich z.B. als Land des RC-Hangflugs mit den meisten Hängen im Alpenraum sollte daran interessiert sein, dies nicht einer unsinnigen Regel zu opfern. Oder es sind halt in Zukunft keine Piloten von Großseglern als Gäste zu begrüßen, denn die werden sich dann die Schweiz als letzte Hangflugbastion aussuchen. Aber es trifft ja nicht nur Österreich. Auch in anderen Ländern, z.B. Slowenien, Tschechien, Polen, Slowakei mehren sich die Stimmen, die diese Regeln für absurd halten.

In Deutschland war und ist man auf dem Weg über die Verbände flächendeckende „Standardisierte Regel für Flugmodelle“ (StRfF) zu verhandeln. Als Ergebnis steht seit 8.1.2021 eine Übereinkunft mit der “DAeC Buko-Modellflug” und dem BMVI (Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur) fest, die uns erlauben soll, sozusagen auf der grünen Wiese als auch am Hang mit Modellen bis 12 kg zu fliegen! Nachdem das die parlamentarischen Verfahren durchlaufen hat und abgesegnet wurde, gilt dies für alle in den Verbänden organisierte Modellpiloten. Lassen wir uns überraschen, ob dies so tatsächlich passiert! Die Erfahrung in Deutschland lehrt uns, dass immer alles anders kommen kann. Das ist für Deutschland zwar ein akzeptabler Kompromiss, da es ja nicht allzu viele Hangflugregionen gibt, in denen Großsegler geflogen werden können.
Aber das Problem für Alpenregionen ist damit nicht gelöst!
Ein Ansatz wäre, dass sich in den jeweiligen Ländern Interessengruppen bilden und auf die Luftfahrtbehörden direkt zugehen, um ihre Forderungen deutlich zu machen.

Insofern soll diese Seite auch dazu dienen, diese Interessengruppen zu unterstützen!
Denn gemeinsam geht mehr …

In diesem Sinne

Gerd Holzner