Warum wurde die IG-Hangflug gegründet?

Mein Name ist Gerd Holzner. english

Ich denke den meisten von euch bin ich bekannt als Organisator des seit 1996 stattfindenden Hangflugevents “Flying Circus” in Fiss/Tirol. Mit Start des Events hat sich eine damals nicht vorhersehbare Dynamik entwickelt, denn viele Regionen wurden durch den Event animiert, selbst diese bisher unbekannte Zielgruppe zu bewerben: Modellflieger, speziell Hangflieger. Nach wenigen Jahren wurden einer offiziellen Statistik zufolge in Fiss bereits 11.000 Übernachtungen in der Flugsaison gezählt.
Diese Zahl wird heute längst übertroffen. Das nur zur Bedeutung dieser Modellflugsparte für die Tourismusbranche!
Als die letzte Novellierung der Luftfahrtverordnung in Österreich durch die Foren ging, wurde mir klar, was da auf uns zu kommt. Der Kampf in Deutschland gegen den 100m-Deckel hat ja auch viel Staub aufgewirbelt! Die Drohnenverordnung und ihre Auswirkungen auf den Modellflug haben uns mindestens ein Jahr lang auf Trab gehalten mit Aktionen und Direktansprache von Politikern.
In Österreich habe ich den TVB in Fiss regelmäßig darauf hingewiesen, dass sie sich übers Jahr da rechtlich auf ziemlich dünnem Eis bewegen, denn 150m über Grund am Hang als Vorgabe für die Modellflugurlauber war ja ziemlich realitätsfern! Für den Flying Circus Event wurde mir daraufhin die Vertretungsberechtigung des TVB erteilt, um mit der Austro Control wenigstens den Event auf rechtlich sichere Füße zu stellen.
Das Prozedere “Ansuchen zur tageweisen Flughöhenüberschreitung” wiederholt sich seitdem jedes Jahr – zu entsprechenden Kosten von knapp 600 €!
Im Kreise meines Teams wurde teils heftig diskutiert, wie man den Platz auf dem Schönjöchl auch außerhalb des Events luftfahrtrechtlich absichern könnte.
Eine Vereinsgründung wurde diskutiert, allein in Fiss wollte da keiner mitmachen. Letztendlich fand ich in der Liste der Modellflugplätze auf der ACG-Seite zahlreiche IGs als Platzverantwortliche. Durch die Gründung der IG-FA-Schönjöchl ist es mir dann mit Hilfe des ÖAEC (Dr. Schober) gelungen, dass der Platz in die Liste aufgenommen wurde! Immerhin ein erster Schritt …

Jetzt stehen wir alle aber wieder vor ganz neuen Herausforderungen!

Eine kleine engagierte Gruppe von Modellpiloten, einige davon aus dem FC-Team, hat sich meiner Idee der IG-Hangflug angeschlossen, als schon letztes Jahr abzusehen war, dass die neue EU-DVO erstens ein Paragraphenmonster wird und zweitens bei der Umsetzung viele über ihre eigenen Füße fallen, mal salopp gesagt. Die Einschränkungen für die Hangflieger, die insbesondere in Österreich lediglich innerhalb der Open Category fliegen dürfen, waren letztendlich die Auslöser zur Gründung der IG-Hangflug.eu! Gedacht als Sammelbecken aller Hangflieger in Europa.

Nun, was wollen wir, was ist die Intention?

Aufwecken, Mobilisieren und Netzwerke bilden.
Druck erzeugen auf Entscheider, sich dem Thema angemessen anzunehmen.
Und Zusammenführen, um konstruktiv praktikable Lösungen zu finden, und dabei Ideen einzubringen, die uns allen helfen. Unser aller Ziel ist ja, möglichst einheitliche standardisierte Regeln für den Modellflug außerhalb zugelassener Plätze zu erwirken. Zudem ganz wichtig sind praktikable Gastflugregeln.
Eine Zwei- oder Mehrklassen-Regel ist jedenfalls weder zielführend noch akzeptabel!
Jetzt haben wir bald 400 eingeschriebene Mitglieder aus vielen Ländern Europas und rund 2500 Unterschriften der Petition.Interessant für den ÖAEC ist dabei, dass sich viele österreichische Piloten, besonders Wettbewerbspiloten nicht trauen, durch die Mitgliedschaft öffentlich Stellung zu nehmen, aber die Petition sehr wohl unterschreiben! Wovor haben die wohl Angst?

Ergänzend möchte ich noch sagen, dass uns auch zahlreiche Vereine, zwei Verbände aus Frankreich und Italien und Firmen – also Hersteller und Gastrobetriebe – ideell unterstützen, wie man auf der Supporter-Seite auf www.ig-hangflug.eu sehen kann.
Das schafft uns jedenfalls mehr Aufmerksamkeit, als wenn NUR wir Modellflieger unseren Unmut kundtun, die Modellflieger mit ihren Spielzeugen, die von vielen Entscheidern immer noch nicht ernst genommen werden.

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